Für den IHS ist dieser Prozess aus einem grundsätzlichen Grund interessant. Heimatschutz bedeutet für uns nicht allein, historische Bauten zu schützen oder Planungsprozesse kritisch zu begleiten. Wir verstehen Baukultur als gesellschaftliche und kulturelle Aufgabe. Gebäude und öffentliche Räume sind dann stark, wenn sie nicht nur architektonisch überzeugen, sondern Orte des Austauschs, der Identifikation und des gesellschaftlichen Lebens schaffen.
Gerade beim Theater stellt sich deshalb eine Frage, die weit über das Gebäude hinausgeht: Was für einen Ort braucht Luzern und welche Funktion kann ein Theater heute für die Region übernehmen? Wer fühlt sich heute von einem Theater angesprochen und wer nicht? Wie erreichen wir Menschen, die bisher kaum Berührungspunkte mit dem Theater haben? Wie lassen sich die freie Szene ebenso wie migrantische Kulturorganisationen produktiv einbeziehen, nicht nur als Publikum, sondern als Mitwirkende an einem gemeinsamen kulturellen Ort?
Für den IHS gehören solche Fragen unmittelbar zur Baukultur. Bevor wir darüber sprechen, wie ein Theater aussehen soll, sollten wir darüber nachdenken, was ein Theater heute sein soll. Erst daraus ergeben sich überzeugende Antworten für Architektur, Stadtraum und Nutzung.
Mit diesem erweiterten Verständnis möchte sich der IHS in den weiteren Prozess einbringen, als Schutzorganisation, als Stimme für qualitätsvolle Planung, aber ebenso als gesellschaftliche Kulturorganisation, die sich damit beschäftigt, wie unsere gebaute Umwelt gesellschaftliches und kulturelles Leben ermöglichen kann.
Dass diese Perspektive beim Kick-off mit Interesse aufgenommen wurde, freut uns.